Naturkapitalbewertung

Ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen stellt eine Voraussetzung dar, um ein langfristiges, nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen. Faktenbasiertes Wissen bezüglich der Umwelteinflüsse von Unternehmensaktivitäten ist dabei wichtig, um diesbezüglich nachhaltige, innovative Lösungen zu entwickeln. Zur Berechnung des eigenen Umwelteinflusses führt HUGO BOSS daher seit 2009 Lebenszyklusanalysen durch, das heißt systematische Analysen der Umweltauswirkungen von Produkten während des gesamten Lebenszyklus. Diese wurden bereits für alle HUGO BOSS Produktkategorien realisiert. Diese Anwendung von Lebenszyklusanalysen gestaltet sich jedoch für HUGO BOSS als herausfordernd, ähnlich wie generell für die Industrie. Dies ist bedingt durch die Schwierigkeit, Daten entlang der komplexen Wertschöpfungskette verlässlich zu erheben.

Aus diesem Grund hat HUGO BOSS gemeinsam mit Quantis, einer Beratungsfirma für nachhaltiges Wirtschaften mit Schwerpunkt auf Lebenszyklusanalysen, und weiteren Partnern die World Apparel & Footwear Life Cycle Assessment Database (WALDB) (Details dazu finden Sie hier) gegründet. In dieser wurden bereits mehr als 300 Datensets über ökologische Auswirkungen von Bekleidungsprodukten und Schuhen gesammelt. Diese basieren auf Primärdaten der teilnehmenden Partner sowie wissenschaftlichen Studien und werden kontinuierlich erweitert. Diese große Datenbasis ermöglicht es, verlässliche und qualitativ hochwertige Lebenszyklusanalysen zu erstellen und die Darstellung der daraus identifizierten Umwelteinflüsse der unterschiedlichen Prozesse wie die Nutzung von Wasser oder Land und CO2 Emissionen abzuleiten. Der direkte Vergleich des Ausmaßes dieser Umwelteinflüsse und ein damit einhergehendes Ranking ist aber aufgrund der unterschiedlichen Einheiten je nach Umwelteinfluss – wie beispielsweise kg (CO2 Emissionen) oder m2 (Landnutzung), in denen sie im System hinterlegt sind – kaum möglich.

Daher hat HUGO BOSS begonnen das sogenannte „Natural Capital Protocol“ – ein Rahmenwerk des Multistakeholder-Forums „Natural Capital Coalition“ – einzusetzen. Die Anwendung ermöglicht es, die auf Basis der Lebenszyklusanalysen erhobenen Umweltauswirkungen in monetäre Werte zu übersetzen und damit vergleichbar zu machen (das Vorgehen dazu kann im ersten White Paper im Downloadbereich nachgelesen werden). So können in der Wertschöpfungskette von HUGO BOSS die Faktoren mit den größten Auswirkungen identifiziert und basierend darauf Strategien zur Minimierung der Umweltbelastungen entwickelt werden. 

Im Prozess der Rohstoffgewinnung kann Baumwolle als Rohstoff mit den höchsten Umweltauswirkungen, als sogenannter Hotspot, für HUGO BOSS identifiziert werden. Dies liegt zum einen daran, dass Baumwolle mit einem Anteil von knapp 50% das in HUGO BOSS Produkten am häufigsten verwendete Material ist. Zudem ist Baumwolle ein Rohstoff, der durch den beim Anbau notwendigen Wasser- und Chemieeinsatz relativ hohe Umweltauswirkungen aufweist. Der HUGO BOSS Baumwollleitfaden zeigt im Detail die Herausforderung des Anbaus von nachhaltiger, qualitativ hochwertiger Baumwolle. Um den Anteil nachhaltiger Baumwolle in seinen Produkten kontinuierlich zu erhöhen, ist HUGO BOSS im Jahr 2017 der Kooperation Better Cotton Initiative (BCI) beigetreten. Quantitative Ziele in Bezug auf den Einsatz von nachhaltiger Baumwolle bei HUGO BOSS bis 2020 können Sie hier nachlesen.

Insgesamt weisen die Nassverfahren durch den hohen Einsatz von Energie, Wasser und Chemikalien beim Bleichen, Färben und Waschen sowie Gerben von Leder die höchsten ökologischen Auswirkungen auf. Diese beziehen sich insbesondere auf den Klimawandel und die menschliche Gesundheit (dies bedeutet die Auswirkung der Verfahren auf den Menschen). Um diese Auswirkungen der chemischen Prozesse in den Nassverfahren weiter zu reduzieren, ist HUGO BOSS den Initiativen Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) sowie der Leather Working Group (LWG) beigetreten. Beide Initiativen bieten professionelle Trainings für einen optimierten Umgang mit Chemikalien und den Einsatz neuer innovativer Methoden.

Zur Verringerung der Auswirkungen in den Trockenverfahren, die das Spinnen, Stricken beziehungsweise Weben und die Konfektion beinhalten, wendet HUGO BOSS das GSCP Environmental Performance Program (siehe HUGO BOSS Umweltprogramm) an. Es enthält spezifische Vorgaben für Umweltmanagement-Systeme, Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien an den Produktionsstandorten, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Auch in den weiteren Schritten der Wertschöpfungskette, die nicht unmittelbar mit dem Produkt zusammenhängen (Logistik, Administration und eigener Einzelhandel), unternimmt HUGO BOSS Anstrengungen, um die ökologischen Auswirkungen zu verringern. Weitere Informationen dazu können Sie im Bereich Umwelt nachlesen.

Die Forschungsarbeiten zum Thema Naturkapitalbewertung wurden in drei so genannten White Papers veröffentlicht. Diese enthalten eine detaillierte Darstellung der Methode (im ersten White Paper) und die Ergebnisse für all unsere Produktgruppen (im ersten, zweiten und dritten White Paper). Darüber hinaus wurden im dritten White Paper die Auswirkungen der HUGO BOSS Wertschöpfungskette auf den Klimawandel vertieft und darauf aufbauend wichtige Design- und Beschaffungsgrundsätze für ein kohlenstoffarmes Modeprodukt zusammengefasst (siehe Downloads).

In Zusammenarbeit mit weiteren Partnern hat HUGO BOSS begonnen, dieses Vorgehen auf soziale und ökonomische Faktoren auszuweiten. Damit soll eine ganzheitliche Bewertung der verschiedenen Einflüsse (Impact Evaluation) erzielt werden. Wir suchen aktiv nach Möglichkeiten mit Partnern aus dem Textil- und Bekleidungssektor, aber auch aus anderen Industrien, zusammenzuarbeiten. Dadurch wollen wir unseren Ansatz der Impact Evaluation in Bezug auf alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Soziales und Ökonomie – weiter optimieren.

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