Wesentlichkeits­analyse

Basis der Nachhaltigkeitsstrategie von HUGO BOSS
Nachhaltigkeit ist ein weites Feld. Um zu ermitteln, welche Nachhaltigkeitsthemen für HUGO BOSS und seine Stakeholder besonders relevant sind, führte das Unternehmen zuletzt 2017 eine umfassende Aktualisierung seiner Wesentlichkeitsanalyse durch. Die Erkenntnisse bilden die Basis der Nachhaltigkeitsstrategie von HUGO BOSS.

Wie wurde die Analyse durchgeführt?

Als Struktur für die Analyse wurde die Wertschöpfungskette in fünf Stufen geteilt:

  1. Rohware
  2. Fertigware
  3. eigene Geschäftstätigkeit
  4. Produkte und Dienstleistungen
  5. Logistikprozesse 

In jeder dieser Stufen identifizierte HUGO BOSS potenziell relevante Nachhaltigkeitsthemen. Dabei wurden auch die Anforderungen international anerkannter Nachhaltigkeitsstandards und -ratings berücksichtigt.

  • Rohware

    Diese Stufe der Wertschöpfungskette umfasst die Gewinnung und Herstellung von Rohstoffen wie Baumwolle, Wolle oder Leder. Außerdem wird die Verarbeitung betrachtet, z. B. die Herstellung, Färbung und Veredelung von Stoffen und Leder.

    In der Wesentlichkeitsanalyse zeigten sich folgende Nachhaltigkeitsthemen, die mit dieser Stufe der Wertschöpfungskette zusammenhängen:

    • Wasser und Luftverschmutzung
    • Soziale Auswirkungen
    • Wasserverbrauch
    • Tierschutz
    • Andere Umweltauswirkungen
  • Fertigware

    In diese Kategorie fallen Themen, die mit der Konfektion von Bekleidung und Accessoires durch externe Partner zu tun haben – vor allem der Zuschnitt und das Vernähen von Textilien. Mit dieser Stufe der Wertschöpfungskette hängen folgende Nachhaktigkeitsthemen zusammen:

    • Soziale Auswirkungen
    • Wasser und Luftverschmutzung
    • Andere Umweltauswirkungen
  • Eigene Geschäftstätigkeit

    Diese Stufe der Wertschöpfungskette umfasst die konzerneigenen Produktionsstandorte, Verwaltungsgebäude, Logistikzentren und eigene Einzelhandelsgeschäfte. Damit hängen folgende Nachhaltigkeitsthemen zusammen:

    • Mitarbeitereinbindung
    • Soziale Auswirkungen
    • Governance
    • Soziales Engagement
    • Umweltauswirkungen
  • Produkte und Dienstleistungen

    Diese Kategorie beinhaltet die Nutzung, Pflege und Entsorgung der Produkte sowie die damit einhergehenden kundenbezogenen Dienstleistungen. Potenziell relevante Nachhaltigkeitsthemen in diesem Bereich sind

    • Produktsicherheit
    • Kundenzufriedenheit
    • Produkte und Dienstleistungen
  • Logistikprozesse

    Diese Stufe der Wertschöpfungskette enthält den Transport der Waren vom Produktionsland zum Absatzmarkt. Auch die Auslieferung der Waren an den Kunden wird betrachtet. Das wesentliche Nachhaltigkeitsthema in diesem Bereich sind die Umweltauswirkungen.

In der weiteren Analyse bewertete HUGO BOSS die insgesamt 17 Aspekte im Hinblick auf drei Kategorien: 

  1. Bedeutung
    Die Bedeutung der Themen für interne und externe Stakeholder wurde im Rahmen einer anonymen Online-Umfrage erhoben. Bei der Befragung wurden alle relevanten Anspruchsgruppen von HUGO BOSS einbezogen.
     
  2. Auswirkung
    Ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen des Unternehmens auf die jeweiligen Themen. Diese sogenannte Impact-Analyse wurde in Workshops durchgefühlt. Zudem flossen die Ergebnisse der Naturkapitalbewertung mit ein.
     
  3. Relevanz
    Relevanz der jeweiligen Themen für den Unternehmenserfolg (Analyse der Geschäftsrelevanz). Wie auch die Impact-Analyse wurde diese Analyse in Workshops mit der HUGO BOSS Nachhaltigkeitsabteilung und weiteren relevanten Fachabteilungen durchgeführt.

Damit entspricht die Wesentlichkeitsanalyse sowohl den Berichtsanforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) als auch dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG). Die Ergebnisse der Analyse fließen in die kontinuierliche Strategiearbeit mit ein. Die einzelnen Handlungsfelder setzen die Erkenntnisse in ihrer Arbeit um.

Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse wurden vom Vorstand im Sustainability Committee freigegeben. Eine weitere Validierung erfolgte im Rahmen des internationalen Stakeholder Dialogs im November 2017.

Was hat die Wesentlichkeitsanalyse ergeben?

Die 17 Themen wurden entsprechend ihrer Bedeutung für die Stakeholder und der Auswirkungen des Unternehmens in einer Wesentlichkeitsmatrix zusammengefasst. Zieht man zusätzlich die Geschäftsrelevanz in Betracht, ergeben sich auf diese Weise die besonders wesentlichen Themen für die Nachhaltigkeitsstrategie:

 

WESENTLICHKEITSMATRIX

Die drei wesentlichsten Themen

  • Soziale Auswirkungen (Fertigware)

    HUGO BOSS bezieht einen Großteil seiner Ware von externen Partnern in aller Welt (mehr zur Beschaffungsstrategie erfahren Sie hier). Die sozialen Auswirkungen dieser Beziehungen sind deshalb ein höchst relevantes Thema für die Nachhaltigkeitsstrategie. Um sie zu verbessern, ergreift HUGO BOSS verschiedene Maßnahmen:

    • Alle Lieferanten verpflichten sich auf die HUGO BOSS Sozialstandards. Bereits vor der Aufnahme ins Lieferantenportfolio wird überprüft, ob der potenzielle Partner die Anforderungen erfüllt. Auch danach erfolgen regelmäßige Sozialaudits. Sollte es zu Verstößen kommen, erarbeitet HUGO BOSS gemeinsam mit dem betreffenden Partner einen Corrective Action Plan und überprüft dessen Umsetzung in Folgeaudits.
    • HUGO BOSS engagiert sich in Kooperationen wie der Fair Labor Association oder dem Bündnis für nachhaltige Textilien. Durch die gebündelte Expertise können die Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie systematisch verbessert werden.
  • Wasser- und Luftverschmutzung (Rohware)

    Bei der Herstellung von Rohstoffen wie Baumwolle, Wolle oder Leder kommt es zu Wasser- und Luftverschmutzung. 

    Um hier die Umweltauswirkungen zu minimieren, ist HUGO BOSS seit 2017 Mitglied des ZDHC Roadmap to Zero Programme. Dieses strebt danach, schädliche Chemikalien in der Produktion zu eliminieren. Die Lieferanten von HUGO BOSS sind dazu aufgefordert, umweltfreundliche Alternativen einzusetzen und auch ihr Abwassermanagement den Vorgaben der Roadmap entsprechend zu gestalten.

    Um speziell die Umweltauswirkungen der Lederproduktion zu verringern, ist HUGO BOSS außerdem seit 2017 Mitglied der Leather Working Group (LWG). Die Initiative auditiert und zertifiziert umweltfreundliche Gerbereien. HUGO BOSS hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 insgesamt 25 % des verwendeten Leders aus LWG-zertifizierten Gerbereien zu beziehen.

  • Produktsicherheit (Produkte und Dienstleistungen)

    HUGO BOSS ist sich der Verantwortung für die Gesundheit und Sicherheit der Menschen bewusst, die mit seinen Produkten in Berührung kommen – sei es in der Produktion oder als Kunde. Das Unternehmen nimmt diese Verantwortung sehr ernst. Deshalb müssen alle Kollektionen höchsten Sicherheitsstandard entsprechen und in gesundheitlicher Hinsicht unbedenklich sein.

    Um das zu erreichen, verpflichtet HUGO BOSS sich selbst und seine Lieferanten zur Einhaltung der Restricted Substances List (RSL), mit welcher das Unternehmen strenge Höchstvorgaben zu in den Produkten enthaltenden Chemikalien macht. Jeder Lieferant unterzeichnet eine entsprechende Garantieerklärung. Regelmäßige Produkttests überprüfen die Einhaltung der RSL.

    Darüber hinaus fordern wir unsere Lieferanten im Rahmen des ZDHC Roadmap to Zero Programme zum Einsatz von alternativen umweltfreundlichen Chemikalien in der Produktion auf.

Aktuelle Themen

HUGO BOSS hat die Fashion Industry Charter for Climate Action unterzeichnet

Circular Design Training bei HUGO BOSS

Training zum Thema Klimaschutz für Lieferanten in Vietnam