Umweltaspekte der Lieferkette

Umweltschutz bei Lieferanten
Umweltschutz ist für HUGO BOSS in allen Schritten der Produktions- und Lieferkette von zentraler Bedeutung. Deshalb arbeitet das Unternehmen mit seinen Lieferanten gemeinsam daran, umweltfreundliche Prozesse zu etablieren und weiterzuentwickeln.

Unser Umweltprogramm für Lieferanten

Für unsere Lieferanten gelten klar definierte Standards im Hinblick auf den Umweltschutz. Beispielsweise enthält der Lieferantenverhaltenskodex, zu dessen Einhaltung sich all unsere Lieferanten verpflichten auch ökologische Standards. Für alle Lieferanten des Unternehmens gelten außerdem die Grundsätze des Umweltschutzes, die in der öffentlich einsehbaren HUGO BOSS Umweltpolitik festgehalten sind. Darin sind auch aktuelle Entwicklungen etwa im Bereich Klimaschutz berücksichtigt. Bestandteile der genannten Rahmenwerke sind beispielsweise Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch, Chemikalien- und Abwassermanagement, Abfallmanagement und weitere Umweltaspekte.

Die Einhaltung der oben genannten Standards überprüfen wir in Audits. Das Umweltmodul des Global Social Compliance Programme (GSCP) bildet die Grundlage für die Analyse und Verbesserung des Umweltschutzes in der Lieferkette. HUGO BOSS optimiert in Zusammenarbeit mit dem GSCP und anderen Experten seit Jahren das GSCP Open Source Umweltprogramm. Ziel sind stets verbesserte, einheitliche Standards weltweit. Im Rahmen der GSCP Umweltaudits verpflichtet HUGO BOSS seine Lieferanten, Auskünfte zu umweltbezogenen Angaben zu geben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Energieverbrauch und den Treibhausgas-Emissionen gemäß der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) sowie der Schadstoffvermeidung und der Einhaltung der Abwasserrichtlinien gemäß der Initiative Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC). Weitere Aspekte, die bei den Lieferanten überprüft werden, betreffen den Wasserverbrauch, das Abfallaufkommen, sonstige Maßnahmen zum Umweltschutz und die eingesetzten Umwelt-Managementsysteme.

Partnern, die den Ansprüchen von HUGO BOSS nicht genügen, hilft das Unternehmen mit sogenannten Corrective Action Plans, Mängel zu beheben. Ausführliche Informationen zu den durchgeführten Audits und ihren Ergebnissen können Sie im HUGO BOSS Nachhaltigkeitsbericht nachlesen.

Klimaschutz in der Lieferkette

Seit 2018 engagiert sich HUGO BOSS auch in der Arbeitsgruppe „Global Climate Action for Fashion“ der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC). Hier diskutieren Marken, Hersteller und Organisationen Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz in der gesamten textilen Wertschöpfungskette. Seit 2018 wurde daran gearbeitet, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Basierend darauf einigte sich die Gruppe auf die nächsten Schritte, die zu den Zielen des Pariser Abkommens beitragen. HUGO BOSS hat sich zum Ziel gesetzt, seine Emissionen im eigenen Zuständigkeitsbereich, die sogenannten Scope-1- und -2-Emissionen bis 2030 gegenüber dem Jahr 2018 um mindestens 51 % zu reduzieren. Für die Scope-3-Emissionen, die hauptsächlich aus Transport, Produktion und Rohwarenherstellung stammen, streben wir für den gleichen Zeitraum eine Reduktion von 30 % an.

 

Vermeidung von Schadstoffen

Um ein Produkt aus Textilien oder Leder herzustellen, werden in mehreren Schritten entlang der Lieferkette Chemikalien eingesetzt. HUGO BOSS arbeitet mit seinen Lieferanten daran, den Chemikalieneinsatz in hohem Maß verantwortungsbewusst zu gestalten. Das schafft nicht nur größere Sicherheit für den Kunden und die Arbeiter in den Betrieben, sondern ist auch ein entscheidender Hebel, um die Umweltauswirkungen in der Lieferkette zu minimieren. Deshalb arbeitet HUGO BOSS mit branchenweiten Initiativen wie der ZDHC zusammen und optimiert einerseits den Materialeinsatz und andererseits in Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten stetig Produktionsprozesse im Hinblick auf Chemikalieneinsatz und Abwasserbehandlung.

  • Rohmaterialien

    Bei der Produktion von Stoffen und Zutaten werden unterschiedliche Chemikalien eingesetzt – sei es beispielsweise für Baumwolle, synthetische Fasern oder Recycling-Material. 

    Um den Chemikalieneinsatz zu verringern, arbeitet HUGO BOSS daran, zunehmend nachhaltig produzierte Materialien zu verwenden. Dafür engagiert sich das Unternehmen zum Beispiel in der Better Cotton Initiative (BCI), um die Verwendung von Pestiziden und Düngern im Baumwollanbau zu reduzieren. Darüber hinaus setzen wir zertifizierte Bio-Baumwolle ein.

  • Herstellung

    Im Rahmen unserer Naturkapitalbewertung hat sich gezeigt, dass gerade die nasschemischen Prozesse in der Herstellung – etwa Färben oder Gerben – große Umweltauswirkungen haben. Grund dafür ist unter anderem der Einsatz von verschiedenen Chemikalien. Werden diese etwa über Abwassereinleitungen freigesetzt, kann dies unter anderem die Gewässerqualität und damit auch die lokale Wasserversorgung der Menschen beeinträchtigen. HUGO BOSS arbeitet gemeinsam mit seinen Partnern intensiv daran, Chemikalien zu reduzieren oder auf umweltfreundliche Alternativen umzustellen. Ein wichtiges Instrument hierfür ist ein wirksamen Chemikalienmanagements in der Lieferkette.

    Um Gesundheits- und Umweltrisiken zu minimieren, fordern wir in unserem Umweltprogramm einen verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien von unseren Lieferanten ein. Um sie darin zu unterstützen, sind wir seit 2017 Mitglied des ZDHC Roadmap to Zero Programme. Grundlage des Programms ist die sogenannte ZDHC Manufacturing Restricted Substances List (ZDHC MRSL), die Chemikalien mit definierten Grenzwerten aufführt. Dies hilft unseren Partnern in Kombination mit Schulungsmaterial und Trainings, die Verwendung von Chemikalien zu reduzieren und gefährliche Stoffe zu ersetzen. Daneben ist auch die Vermeidung von Wasserverschmutzung ein wichtiges Ziel der ZDHC. Für Betriebe mit Nassverfahren, die industrielles Abwasser erzeugen, umfasst das Chemikalienmanagement daher auch ein funktionierendes Abwassermanagement. Das ZDHC-Programm ermöglicht außerdem eine standardisierte Bewertung des Chemikalienmanagements eines Lieferanten.

    HUGO BOSS fordert seine Lieferanten dazu auf, auch alternative Prozesse einzusetzen, um Chemikalien zu substituieren und den Wasserverbrauch zu reduzieren.

    Ein gutes Beispiel dafür ist die Denim-Produktion. Hier wird der beliebte Used-Look heute schon mithilfe von Lasertechnik erzeugt statt durch die Behandlung mit Chemikalien.

  • Endprodukt

    Um die Gesundheit und Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, die mit HUGO BOSS Produkten in Berührung kommen, legt das Unternehmen Wert auf höchste Sicherheitsstandards. Vor allem aus diesem Grund ist für Partner und Lieferanten die Einhaltung der HUGO BOSS Restricted Substance List (RSL) in allen Stufen der Lieferkette verpflichtend.

    Mit der HUGO BOSS RSL macht das Unternehmen strenge Höchstvorgaben zu in den Produkten enthaltenen Chemikalien. Ihre Einhaltung wird durch regelmäßige Produkttests sichergestellt, die HUGO BOSS in unabhängigen externen Laboren durchführen lässt. Die RSL wird ständig weiterentwickelt, auch im Rahmen der Mitgliedschaft bei der branchenweiten Initiative Apparel & Footwear International RSL Management Group (AFIRM). Die HUGO BOSS RSL entspricht seit 2018 komplett den Anforderungen der AFIRM RSL.

Ziele zum Umweltschutz bei Lieferanten

  • 100 % der Lieferanten mit großen Umweltauswirkungen entsprechen unseren Vorgaben

    HUGO BOSS hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2025 100 % der Lieferanten mit großen Umweltauswirkungen unseren Vorgaben insbesondere zu Klimaschutz und Chemikalienmanagement (GSCP, ZDHC, UNFCCC) entsprechen.

     

    Status 2020: 20 %

  • 100 % der Lieferanten mit Nassprozessen produzieren in Konformität mit der ZDHC MRSL

    Wir haben uns vorgenommen, dass bis zum Jahr 2030 alle Lieferanten mit Nassprozessen in Konformität mit den Vorgaben der ZDHC MRSL produzieren  (gemessen an ihren Abwassertests und ihrem Chemikalieninventar).

    Als Meilenstein bis 2025 haben wir das Ziel füe alle strategischen Fertigwarenlieferanten mit Nassprozessen festgelegt.

    Status 2020: 20 % der Abwassertests der strategischen Fertigwarenlieferanten entsprechen den Vorgaben. Eine erste Berichterstattung zum Chemikalieninventar erfolgt 2021.

  • Reduzierung der CO2-Emissionen (Scope 3) um 30 % bis 2030

    Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Scope 3 Emissionen, die hauptsächlich aus Transport, Produktion und Rohstoffgewinnung stammen, um mindestens 30 % bis 2030 zu senken (Basisjahr 2018). Diese Emissionen machen über 90 % der Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens aus. Deshalb ist es uns beispielsweise wichtig, unsere Lieferanten in den Strategieprozess einzubinden und sie dazu zu befähigen, ihren eigenen Beitrag zur Reduktion der Emissionen zu leisten. In diesem Rahmen engagieren wir uns unter anderem aktiv in den Arbeitsgruppen der UNFCCC zu den Themen „Rohwaren“, „Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Herstellungsprozess“ sowie „politisches Engagement“.

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Weiterführende Informationen

Einsatz für die Umwelt

HUGO BOSS arbeitet gezielt daran, die Umweltauswirkungen der eigenen Geschäftstätigkeit zu verringern - zum Beispiel, indem der Energieverbrauch in den eigenen Gebäuden durch verschiedene Maßnahmen gesenkt wird.

Unser Ziel: Nachhaltige Produkte

Nachhaltigkeit beginnt schon beim Design. Deshalb setzt HUGO BOSS vermehrt auf Materialien, die durch umweltschonende Prozesse gewonnen werden. Auch das Tierwohl ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl von Materialien.

Grundlage der Strategie: Die Naturkapitalbewertung

In der Naturkapitalanalyse hat HUGO BOSS mit wissenschaftlichen Methoden die gesamte Wertschöpfungskette analysiert: Wo entstehen die größten Umwelteinflüsse, und wie lassen sich diese vermeiden?